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Term Definition
3G / 3-GEN-Prinzip

Das 3G oder 3-GEN-Prinzip setzt sich zusammen aus den japanischen Begriffen
 - GENba (dem Ort des Geschehens, Shopfloor)
 - GENbutsu (dem konkreten Produkt / Falschteil)
 - GENjitsu (den konkreten Umständen / Fakten).
Der Schlüssel zu erfolgreichen Verbesserungen und Problemlösungen besteht darin, zum Ort des Geschehens zu gehen (Shopfloor), mit dem betroffenen Produkt oder Teil zu arbeiten und Zahlen, Daten, Fakten zu ermitteln.

5M

Methode zur Fehlervermeidung. Die fünf M stehen für Mensch, Maschine, Material, Methode und Messgröße.

8D-Report

Der 8D-Report (8D ~ 8 disciplines) ist ein Dokument, das bei einer Reklamation
zwischen Lieferant und Kunde ausgetauscht wird und ist somit Teil des
Reklamationsmanagements. Im 8D-Report werden die Art der Beanstandung,
Verantwortlichkeiten und Maßnahmen zum Beheben des Mangels festgeschrieben.
Er ist u. a. durch den Verband der Automobilindustrie standardisiert und wird in
Zukunft weiter an Bedeutung bei der Verkettung von Produktionsprozessen gewinnen.

Ablauforganisation

Beschreibung aller betrieblichen Prozesse hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs. Meist in Form von Ablaufdiagrammen.

Abweichung

Nichterfüllung einer Forderung sowie Unterschied zwischen einem Merkmalswert und einem Bezugswert. Bei quantitativen Merkmalen wird häufig der Abweichungsbetrag benutzt. Ein Beispiel für Abweichungsgrenzbeträge sind Fehlergrenzen.

Abweichungsbericht

Aufzeichnung über eine bei einem Audit festgestellte Abweichung.

Man unterscheidet zwischen kritischen und nichtkritischen Abweichungen. Bei kritischen Abweichungen sind bis zum vereinbarten Zeitpunkt Unterlagen beizubringen. Nichtkritische Abweichungen sind bis zum vereinbarten Zeitpunkt zu beheben

Andon-Tafel

Eine Anzeigetafel, die den aktuellen Stand der Produktion (Soll-/Ist-Stand, Störungen usw.) signalisiert.

Annahmestichprobenprüfung

Statistische Qualitätsprüfung an Hand einer oder mehrerer Stichproben zur Beurteilung eines Prüfloses nach einer Stichprobenanweisung (AQL-System).
Im Gegensatz dazu werden bei einer 100%-Prüfung alle Einheiten eines Prüfloses geprüft. Diese ist von einer vollständigen Qualitätsprüfung zu unterscheiden, bei der eine Qualitätsprüfung hinsichtlich aller festgelegten Qualitätsmerkmale der Einheit erfolgt. Zur Vorbereitung einer Annahmestichprobenprüfung kann ein sogenannter "Vorlauf" durchgeführt werden. Darunter versteht man nach DIN 55 350-33, Abs. 3.1 "eine Entnahme einer festgelegten Anzahl von Stichproben mit festgelegtem Umfang nach einem festgelegten Verfahren, um die Parameter der Verteilung der Werte des betrachteten Merkmals schätzen zu können". Der Zweck des Vorlaufs richtet sich nach dem Zweck der Annahmestichprobenprüfung. Die Vorbereitung der Qualitätslenkung mit vermindertem Prüfumfang oder die Sicherstellung einer kontinuierlichen Annahmeprüfung mit vermindertem Prüfumfang.

ANSI

American National Standards Institute (ANSI)
ANSI ist die Standardisierungsorganisation der USA und entspricht dem deutschen DIN.
Homepage: www.ansi.org

Anspruchsklasse

Kategorie oder Rang unterschiedlicher Qualitätsanforderungen an Einheiten, die für den gleichen funktionellen Gebrauch bestimmt sind. Beispiele sind Klassen bei Flugscheinen oder Kategorien von Hotels in einem Hotelführer.

Anspruchsniveau

Rangindikator für unterschiedliche Qualitätsanforderungen an Einheiten, die dem gleichen Zweck dienen.

Anwendungsbereich

Die in DIN ISO 9001 festgelegten Forderungen sind allgemeiner Natur und anwendbar auf alle Organisationen - unabhängig von deren Art und Größe - sowie auf alle Arten bereitgestellter:
 - Produkte
 - Hardware
 - Verfahrenstechnische Produkte
 - Software
 - Dienstleistungen
und Kombinationen daraus.

Arbeitsanweisung

Arbeitsanweisungen (auch: QM-Arbeitsanweisung, AA)  sind arbeitsplatzbezogene Vorgaben und besitzen im wesentlichen den Charakter einer Checkliste.
Sie beinhalten die Information was in welcher Reihenfolge zu tun ist. Der Einsatz einer Arbeitsanweisung ist sinnvoll, wenn trotz Erfahrung und Qualifikation des Mitarbeiters wiederholt die selben Fehler gemacht werden. Arbeitsanweisungen eignen sich auch als gute Grundlage für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Arbeitsplan

Der Arbeitsplan ist die Vorgabe für den Herstellprozess eines Produktes oder einer Dienstleistung (z. B. in der öffentlichen Verwaltung). Im Arbeitsplan werden die verschiedenen Arbeitsgänge in der richtigen Reihenfolge ihrer Durchführung aufgelistet.
Für jeden Arbeitsgang wird angegeben, in welcher Kostenstelle er auszuführen und welche Vorgabeleistung (Vorgabezeit) dafür vorgesehen ist. Der Arbeitsplan ist somit die Basis für die Kalkulation der Fertigungskosten. Die mit dem proportionalen Kostensatz bewerteten Arbeitsplanpositionen führen zu den proportionalen Fertigungskosten. Synonym für Arbeitsplan ist Operationsplan.

Arbeitsschutz-Management

Die Arbeitsschutz-Norm OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series) ist analog den Normen DIN ISO 14001 und DIN ISO 9001:2000 konstruiert. Sie wurde von der British Standards Institution gemeinsam mit internationalen Zertifizierungsgesellschaften entwickelt.

Die Vorteile eines Managementsystems nach OHSAS 18001 sind: 
 - Erhöhung der Motivation der Mitarbeiter durch verbesserten
    Arbeitsschutz 
 - Senkung von Ausfallzeiten und Produktionsunterbrechungen 
 - Wettbewerbsvorteile als  "sicheres und seriöses" Unternehmen 
 - Vermeidung finanzieller "Überraschungen" im Arbeitsschutz
    durch vorausschauende Einbeziehung des Arbeitsschutzes in das
    oberste Management.

Ein Managementsystem nach OHSAS 18001 ist zertifizierbar, jedoch nicht akkreditierbar. Letztes ist jedoch kein Grund zur Abwertung der Norm, da von anerkannten Zertifizierern ein gültiges Zertifikat darüber ausgestellt werden kann, das jährlich überprüft wird.

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom 1996-08-0: Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit. Es gilt in allenTätigkeitsbereichen. Die Maßnahmen umfassen u.a. die Verhütung von Unfällen bei der Arbeit und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit.

Arbeitssicherheits-Managementsystem

Untenehmen, deren Mitarbeiter oder durch sie beauftragte Personen, auf fremdem Firmengelände tätig werden, sind verpflichtet ein Managementsystem einzuführen und zertifizieren zu lassen. Meist wird es auch als IMS (integriertes Managementsystem) eingeführt, das die SCC/SGU-Grundsätze berücksichtigt.
SCC (Savety Certifikat Contractors) oder zu deutsch "Sicherheits Certifikat Unterauftragnehmer" ist ein internationaler Standard für SGU-Management (Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz) in solchen Unternehmen. 

Arbeitsumgebung

Bedingungen unter denen Arbeiten durchgeführt werden.

Audit

Ein Audit ist eine systematische, unabhängige Untersuchung.
Es soll zum einen festgestellt werden, ob die qualitätsbezogenen Tätigkeiten und die damit zusammenhängenden Ergebnisse den geplanten Anforderungen entsprechen. Zum anderen soll ermittelt werden, ob diese Anforderungen tatsächlich verwirklicht sind und sich überhaupt dazu eignen, die Ziele zu erreichen. Es gibt zwei Formen von Audits, internes und externes Audit. Zudem wird in der Regel zwischen drei Audit-Arten unterschieden, die gelegentlich auch unter der Bezeichnung Qualitätsaudit zusammengefasst werden:
 1. Produktaudit (Inspektion)
 2. Prozeßaudit (Beurteilung)
 3. Systemaudit (Gesamtbetrachtung)

Generell ist bei der Wahl des Personals für das Audit daruf zu achten, dass es nicht für die Betrachtungseinheit bzw. den zu auditierenden Bereich verantwortlich ist.
(siehe auch "Audit-Formen" und "Audit-Arten")

Audit-Arten

Es werden drei Audit-Arten unterschieden, die gelegentlich auch unter der Bezeichnung Qualitätsaudit zusammengefasst werden:
 1. Produktaudit (Inspektion)
 2. Prozeßaudit (Beurteilung)
 3. Systemaudit (Gesamtbetrachtung)

Zudem gibt es zwei Formen von Audits, internes und externes Audit.
(siehe auch "Audit")

Audit-Formen

Bei Audits wird zwischen verschiedenen Formen - intern und extern - unterschieden.
Interne Audits, manchmal auch "Erstparteien-Audits" (engl.: first party audits) genannt, werden von oder im Namen der Organisation selbst für interne Zwecke durchgeführt und können die Grundlage für die eigene Konformitätserklärung der Organisation bilden.
Externe Audits schließen ein, was allgemein "Zweit-" oder "Drittparteiten-Audits" (engl.: second or third party audit) genannt wird. Zweitparteien-Audits werden von Parteien, die ein Interesse an der Organisation haben, wie z. B. Kunden, oder von Personen im Namen dieser Parteien durchgeführt. "Drittparteien-Audits" werden von externen unabhängigen Organisationen durchgeführt. Solche Organisationen bieten die Zertifizierung oder Registrierung der Konformität mit Forderungen, wie z. B. denen der DIN EN ISO 9001 oder DIN EN ISO 14001.

Wenn Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme zusammen auditiert werden, wird dieser Prozess "kombiniertes Audit" genannt. Wenn zwei oder mehr auditierende Organisationen zusammen eine Organisation auditieren, wird dieser Prozess "gememeinschaftliches Audit" genannt.
 (siehe auch "Audit")

Audit-Team

Der Audit-Leiter und ein Co-Auditor (oder mehrere) sowie ggfs. branchenspezifische Experten bilden das Audit-Team.

Auditbezugsbasis

Die Auditbezugsbasis (engl.: audit standard) sind diejenigen Festlegungen, die sich hinsichtlich der Unternehmensstrategie, Kundenanforderungen, QM-Normen etc. für das Qualitätsmanagementsystem ergeben.

Auditergebnis

Schriftlicher Bericht des Auditors nach einem Audit.
Alle Erkenntnisse über Mängel aus den Audits führen zu Korrekturmaßnahmen, die letztlich der Motor der stetigen Verbesserung des Qualitätssystems sind. Bei einem Lieferantenaudit kann unter Umständen im Falle der Beschaffung ein schlechtes Auditergebnis zum Lieferantenwechsel führen. Bei hervorragendem Auditergebnis kann eine Entscheidung ermöglicht werden, die zur Reduktion der eigenen Wareneingangsprüfung führt.

Auditfeststellung

Ergebnisse der Beurteilung der zusammengestellten Auditnachweise gegen Auditkriterien (ISO 9001:2000)

Auditfragenkatalog

Zusammenstellung von Fragen zur Überprüfung des QM-Systems bei Audits.

Auditierte Organisation

Organisation die auditiert wird. Dies kann eine Abteilung, eine Betriebsstätte (Fabrik, Lager, etc.) oder ein komplettes Unternehmen sein.

Auditierung

Die Durchführung eines Audits: Systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur objektiven Auswertung, ob bestimmte Merkmale vorhanden und bestimmte Forderungen (z. B. an Prozesse, Verfahren) erfüllt sind.

Auditkriterien

Die für ein Audit als Referenz herangezogenen Verfahren, Politiken und Anforderungen.

Auditleiter

Der Auditleiter ist ein Auditor, der aufgrund eines Befähigungsnachweises zur Leitung eines Audit-Teams berechtigt ist.

Auditnachweis

Informationen, Tatsachen und Aufzeichnungen, welche die Auditkriterien betreffen.

Auditor

Zur Durchführung von Qualitätsaudits qualifizierte Person.
Ein zur Leitung eines Qualitätsaudits ernannter Qualitätsauditor wird "Qualitätsaudit-Leiter" genannt. Zu den Qualifikationskriterien für Qualitätsauditoren zählen Schulbildung, Schulung, Erfahrung, persönliche Eigenschaften, Führungsfähigkeit, Aufrechterhaltung der Befähigung und Sprache.
Qualitätsaudits werden durch Personen durchgeführt, die keine direkte Verantwortung in den zu auditierenden Bereichen haben, wobei es aber wünschenswert ist, dass sie mit dem betreffenden Personal zusammenarbeiten. Die Tätigkeit als Auditor muss mit dem Ziel der Verbesserung des Systems ausgeübt werden. Daher ist bei der Ursachenklärung nicht nach Schuldigen zu suchen, sondern nach Lösungen. Auditoren sollten daher zu partnerschaftlichem Verhalten ausgebildet werden.

Auditor-Eigenschaften (persönliche)

Unter den aufgezählten Eigenschaften sind die persönlichen Eigenschaften sicher von besonderer Bedeutung. Der Bewerber um die Position eines Qualitätsauditors sollte 
 - aufgeschlossen sein,
 - über die nötige Reife,
 - ein gesundes Urteilsvermögen,
 - analytische Fähigkeiten und
 - Beharrlichkeit verfügen, sowie die Fähigkeit haben,
 - Situationen realistisch zu erfassen,
 - komplexe Vorgänge umfassend zu erkennen und auch
 - die Rolle der einzelnen Einheiten innerhalb der Gesamtorganisation zu verstehen.
Weiter heißt es: "Der Auditor sollte in der Lage sein, diese Eigenschaften einzusetzen, um Nachweise auf der Basis von Tatsachen zu führen und gerecht zu bewerten."

Auditprogramm

Ein oder mehrere Audits, die für einen speziellen Zweck und Zeitraum geplant sind.

Auditrahmenplan

Übersicht der durchzuführenden internen Audits eines Unternehmens für einen festgelegten Zeitraum. Er gibt Zeitpunkt, Ort und Unternehmensbereich wieder.

Auditschlussfolgerung

Ergebnis eines Audits, welches das Audit-Team durch Vergleichen der Auditziele mit den Auditfeststellungen erreicht hat.

Aufbauorganisation

Vom Management erstellte Beschreibung der Festlegungen im Unternehmen zu Unter- und Überstellungsverhältnissen der Beschäftigten. Die übliche Darstellungsform der Aufbauorganisation ist das Organigramm.

Aufbewahrung von Dokumenten

Um die Erfüllung festgelegter Qualitätsforderungen und die Wirksamkeit des QM-Systems zu gewährleisten, müssen Qualitätsaufzeichnungen aufbewahrt werden. Dazu gehören auch Qualitätsaufzeichnungen von Unterauftragnehmern. Die Qualitätsaufzeichnungen müssen lesbar sein und so aufbewahrt werden, dass sie geschützt sind.

Aufbewahrungsdauer von Dokumenten

Es ist wichtig, dass die Aufbewahrungsdauer von Qualitätsaufzeichnungen genau festgelegt und dokumentiert wird. Wo es vertraglich vereinbart ist, muss sichergestellt werden, dass die Qualitätsaufzeichnungen den Kunden oder seinen Beauftragten für eine fest vereinbarte Zeitdauer zugänglich gemacht werden können.

Auftraggeber

Unter Auftraggeber ist der Kunde in einer Vertragssituation zu verstehen.

Auftragnehmer

Unter Auftragnehmer ist der Lieferant in einer Vertragssituation zu verstehen.

Aufzeichnung

Dokument, das einen Nachweis über eine ausgeführte Tätigkeit oder über erzielte Ergebnisse liefert.

Ausführungsqualität

Beschaffenheit der Ergebnisse von Tätigkeiten und Prozessen für ein oder mehrere Qualitätselemente bezüglich ihrer Eignung, die für die Ergebnisse vorgegebenen Forderungen zu erfüllen.

Ausschuss

Fertigungs- und montagebedingtes Fehlprodukt, bei dem die Qualitätsforderung auch nachträglich durch Nacharbeit nicht erfüllt werden kann oder soll und das für einen anderen Verwendungszweck unter angemessenen Umständen nicht verwendet werden kann.

Austauschbarkeit

Unter Austauschbarkeit ist die Eignung einer Einheit zu verstehen, ohne Änderungen anstelle einer anderen benutzt werden zu können, um dieselbe Forderung zu erfüllen.

Auswahl der Zertifizierstellen

Bei der Auswahl der Zertifizierer befindet man sich grundsätzlich in mehreren Schwierigkeiten.
Ein Kriterium sind sicher die Kosten. Aber die Bandbreite des Marktes lässt diese Unterschiede insgesamt gering erscheinen, da in der Entwicklungsphase des Handbuchs und der Verfahrensanweisungen in der Regel die höheren Aufwendungen anfallen, insbesondere wenn man die internen Kosten berücksichtigt.
Wichtiger ist demnach, die Qualität des Zertifizierers zu erkennen. Neben wenigen großen Gesellschaften gibt es zahlreiche kleine, die vielfach Spezialisten in bestimmten Segmenten sind. In diesen Fällen ist die Entscheidung oft einfach. Vielfach begründet die Qualität auch den Ruf des Zertifizierers, der für den Auswählenden schon deshalb wichtig ist, da seine Kunden der Zertifizierung auch Anerkennung zollen sollen.Grundsätzlich sind DIN-EN-ISO-Zertifizierungen international gültig. Daher kann auch eine ausländische Gesellschaft in Deutschland und eine deutsche im Ausland auditieren und zertifizieren. Insoweit sind vertragliche gegenseitige Anerkennungen gelegentlich ein weiteres Entscheidungskriterium. Da aber weltweit die Maßstäbe der Akkreditierer nicht ausreichend harmonisiert sind, also von Land zu Land große Unterschiede bestehen, ist noch lange nicht jeder, der als Zertifizierer akkreditiert ist, für jedes Projekt geeignet. Zertifizieren ist zum Markt geworden, in dem z.T. mit recht unkonventionellen Methoden agiert wird.

Auswahlprüfung

Qualitätsprüfung an Zufallsstichproben mit Entnahmehäufigkeiten und Stichprobenumfängen, die wesentlich bestimmt sind durch Kenntnis der bisher ermittelten Qualität sowie der Ungleichmäßigkeiten und Fehlerrisiken bei der Realisierung der Einheit. 
Entnahmehäufigkeiten und Stichprobenumfänge können sich an genormte Verfahren oder Stichprobensysteme anlehnen.

Automotive Excellence

Automotive Excellence bedeutet die Einführung eines Managementsystems in der Automobilbranche.
Es soll keine Methode oder Vorgehensweise für die Einführung eines MS sein. Vielmehr versteht man darunter eine Qualitätsphilosophie bzw. Strategie. Sie lässt dem einzelnen Unternehmen die Freiheiten die es bei der Einführung eines QMS wünscht. Das Unternehmen muss seinen eigenen Weg festlegen und bestimmt somit die Güte des MS selbst.
Vorbild für Automotive Excellence ist das EFQM-Modell. Die einzelnen Kriterien geben nur Hinweise zur Erfüllung, aber keine Vorschriften. Ziel ist es, dass ein Unternehmen das Bewußtsein entwickeln muss langfristig zu denken und somit auch langfristig den Unternehmenserfolg (Gewinnsteigerung, Qualitätssteigerung, Image, Zufriedenheit bei Kunden und MA) zu sichern. Es muss ebenso Stärken erkennen und nutzen, eine ständige Verbesserung anstreben, Unternehmensabläufe ergebnisorientiert gestalten und sich durch schnelles Lernen einen Vorsprung gegenüber anderen Unternehmen sichern. Diese Prozesse müssen automatisch und regelmäßig ablaufen um daraus Maßnahmen abzuleiten und diese dann einzuleiten.
Wichtig für den Erfolg von Automotive Excellence ist die Konsequenz in der Umsetzung, Disziplin, eine Zielableitung und Kooperationsfähigkeit.

Balanced Scorecard

Gemeint ist ein ausgewogener (engl.: balanced) Satz von Zielkennzahlen, der auf eine Vision und Strategie abgestimmt ist. Es geht darum, die Zielgrößen des Unternehmens in passende Einzelziele für die einzelnen Bereiche, Abteilungen und Teams herunterzubrechen. Ein Beispiel hierfür ist der "Führung durch Ziele" Managemenstil (engl.: Management by Objectives). Jeder Bereich soll bzw. muss seine eigene Scorecard haben. Ein Anwendungsbereich für eine Scorecard ist beispielsweise ein Profitcenter mit Absatz und Umsatz als Zielgrößen sowie Deckungsbeiträgen und Strukturkosten-Einhaltung.

Befähiger

Qualitätsbegriff im European Quality Award (EQA).  Befähiger  sind Eigenschaften und Fähigkeiten, die ein Unternehmen in die Lage versetzen, Visionen, Missionen und Konzepte in ein gutes Ergebnis umzusetzen.

Beigestellte Produkte

Nach DIN EN ISO 9001:2000, Ziffer 7.5 (1994, Ziffer 4.7) muss der Lieferant für vom Kunden beigestellte Produkte, die für die Einfügung in die Lieferungen oder für zugehörige Tätigkeiten vorgesehen sind, Verfahrensanweisungen für die Lenkung von Verifizierung, Lagerung und Erhaltung erstellen und aufrechterhalten. Geht ein solches Produkt verloren, wird es beschädigt oder in anderer Weise unbrauchbar, muss dies aufgezeichnet und dem Kunden berichtet werden.

Benchmark

Der Begriff Vergleichslauf oder englisch Benchmark (= Maßstäbe setzen) bezeichnet zunächst ein formalisiertes Konzept, um Verbesserungsmöglichkeiten durch den Vergleich von Leistungsmerkmalen mehrerer vergleichbarer Objekte, Prozesse oder Programme zu finden. Innerhalb des Konzepts werden komplexe Metriken aus gut reproduzierbar zu erhebenden Maßen definiert. Der Begriff wird sowohl in den Wirtschaftswissenschaften als auch in der angewandten Informatik verwendet.

Benchmarking

Das grundsätzliche Ziel des Benchmarking ist es, die Schwächen eines Unternehmens und seiner Prozesse oder eines Computers und seiner Programme durch Vergleich mit anderen Unternehmen, Prozessen, Computern oder Programmen aufzudecken und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Für diesen Vergleich sind entweder mindestens zwei aufeinander folgende Erhebungen von Daten durchzuführen oder Daten von mindestens zwei verschiedenen Objekten möglichst gleichzeitig zu erheben.

In den Wirtschaftswissenschaften liefert das Benchmarking eine Metrik für eine komplexe Leistung aus einer Anzahl einzelner Maße, die mit Hilfe einer Benchmarking-Studie gefunden wird. Benchmarking ist ein wiederholt eingesetzter Prozess, um Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsprozesse von mehreren Unternehmen oder auch die Wirkung politischer Vorgaben zu beurteilen und zu verbessern. In der angewandten Informatik ist der Benchmark eine standardisierte Metrik, nach der die komplexe Leistung zweier vergleichbarer Programme oder Computer anhand einer Anzahl einzelner Maße objektiv gemessen wird und diese nach bestimmten Kriterien verglichen und bewertet werden.

Es gibt bisher keine Beispiele international genormter (ISO) Benchmarks (Stand 2006).

Betriebsanweisung

Für Gefahrstoffe hat der Arbeitgeber eine Betriebsanweisung zu erstellen, in der die beim Umgang mit Gefahrstoffen auftretenden Gefahren für Mensch und Umwelt sowie die erforderlichen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln festgelegt werden.

BRC-Inspektion

Um zu einem allgemeingültigen Standard zu gelangen und Mehrfachauditierungen zu reduzieren, hat das British Retail Consortium (BRC) gemeinsam mit dem Institute of Packaging (IoP) neue detaillierte Richtlinien für Lebensmittelverpackungen entworfen, den "Technical Standard and Protocol for Companies Manufacturing and Supplying Food Packaging Materials for Retailer Branded Products."
Diese Forderungen umfassen HACCP, Qualitätsmanagement, baulicher Zustand der Gebäude, Prozessablauf, Produktprüfungen, Prozessbeherrschung und Personalhygiene. Die Gültigkeit eines BRC-Zertifikates hängt von der Risikoklasse der Produkte ab, sowie davon, ob nach Foundation- oder Higher Level auditiert wurde. Das Prinzip der Third Party Zertifizierung (viele Kunden, aber nur noch ein Standard, und damit nur noch eine Audit-Form) wird durch den neuen Leitfaden des BRC und IoP unterstützt, wodurch eine wesentliche Erleichterung für Kunden und Lieferanten geschaffen wurde. Diese gemeinsame Basis leistet einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz.
Der Technical Standard wurde am 16. Oktober 2001 veröffentlicht. Der Standard ist ein flexibles Dokument, das einer regelmäßigen Überprüfung/Revision durch beide Einrichtungen unterliegt und vom United Kingdom Accreditation Service (UKAS) verwaltet wird. Die Umsetzung dieses Standards erfordert sowohl Managementprozesse als auch strukturelle und produktspezifische Grundlagen, die innerhalb des verpackungsherstellenden Betriebs zuverlässig etabliert werden müssen. Der Geltungsbereich des Standards umfasst die Teilbereiche Hygiene, Produktsicherung und Qualitätswesen. Das Dokument wendet sich an Lebensmittelverpackungen zur Aufnahme oder Abfüllung von Lebensmitteln, Packmittel und andere Hilfsmaterialien, deren Herstellung unter kontrollierten hygienischen Bedingungen ablaufen muss sowie Einmal-Bedarfsgegenstände zur Nutzung des Verbrauchers (z.B. Partygeschirr, Pappbecher, Papierteller etc).

British Standard 7799

Der British Standard 7799 trat im Mai 1996 in Kraft und ist ein Managementsystem, mit dem sichergestellt wird, dass bei der Entwicklung und Anwendung von Software gewisse Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Er ist eine Norm für die Auditierung und Zertifizierung von IT-Systemen, die in der jetzigen Form der Öffentlichkeit im April 1999 vorgestellt wurde. Es handelt sich hierbei um einen international anerkannten Standard für Informations-Sicherheit, der Unternehmen bei der Definition und Umsetzung einer optimalen Sicherheitsstrategie unterstützt. Er beinhaltet bestimmte Verfahren und Methoden für die Organisation und die technische Umsetzung von Informationssicherheit. Er wird auch außerhalb Großbritanniens genutzt und soll zu einer internationalen Norm werden.

British Standard 8800

Der British Standard 8800 (seit Mai 1996 in Kraft) ist eine britische Norm für Arbeitsschutz- und Sicherheitsmanagementsysteme. Er basiert auf "Guten Managementpraktiken" und soll die Integration von Arbeitsschutz und Sicherheit in ein bestehendes Gesamtsystem und dessen Aufrechterhaltung unterstützen. Er ist als Leitfaden und Hilfestellung für den Aufbau von Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystemen zu verstehen. Dieser Standard ist in Deutschland nicht zertifizierungsfähig.

Business-To-Business (B2B)

B2B ist die Abkürzung für Business-To-Business und steht allgemein für Beziehungen zwischen (min. zwei) Unternehmen, im Gegensatz zu Beziehungen zwischen Unternehmen und anderen Gruppen (Konsumenten, also Privatpersonen als Kunden, Mitarbeitern oder öffentliche Verwaltung). In der deutschen Literatur ist auch von Betrieb-Betrieb-Beziehung die Rede.

CB-Zertifizierung

Mit einem Abkommen haben die nationalen Zertifizierungsstellen der IECEE-Mitgliedstaaten vereinbart, durch die gegenseitige Anerkennung der CB-Prüfzertifikate den weltweiten Vertrieb elektrischer Niederspannungserzeugnisse zu erleichtern. Damit wollen die Teilnehmerstaaten vermeiden, dass das gleiche Erzeugnis mehreren Prüfungen unterzogen wird. Dies ermöglicht den Herstellern und Händlern einen schnelleren und preisgünstigeren Marktzutritt.

Ein CB Prüfzertifikat beruht auf einer Typenprüfung nach IEC-Normen ohne Konformitätssicherung (Fertigungsüberwachung).
Das Abkommen ermöglicht als Inhaber des CB-Prüfzertifikates

 - einen schnelleren und einfacheren Zutritt zu globalen Märkten,

 - den Wegfall von Mehrfachprüfungen (weniger Prüfkosten) und

 - einen Nachweis für die Abwehr von typenprüfungsspezifischen
    Ansprüchen aus der Produktehaftung.

CB-Zertifizierungsverfahren

Das CB Verfahren ist ein Abkommen, das von der IEC eingerichtet wurde, um den Aufwand und die Hindernisse im internationalen Handel zu reduzieren. Der offizielle Name ist "IEC System for Mutual Recognition of Test Certificates for Electrical Equipment" und wird auch mit "CB-Scheme" abgekürzt.
Im CB-Abkommen haben mehr als 40 Mitgliedstaaten des IECEE eine gegenseitige Anerkennung von Prüfergebnissen vereinbart, um einen weltweiten Verkauf von Niederspannungserzeugnissen zu erleichtern. Die Mitglieder des Abkommens wollen damit vermeiden, dass gleiche Erzeugnisse in mehreren Ländern gleichen Prüfungen unterzogen werden.
Durch diese Verfahrensweise wird Herstellern und Händlern ein schnellerer und preisgünstigerer Marktzugang ermöglicht. Je nach zu erfüllender Richtlinien müssen folgende wesentliche Voraussetzungen teilweise oder vollständig erfüllt werden:
 1. Realisierung der grundlegenden Sicherheits- und
     Gesundheitsanforderungen
     aller relevanter EG-Binnenmarkt-Richtlinien.
 2. ggf. Aufrechterhaltung eines Qualitätsmanagementsystems.
 3. Erstellung einer Benutzerinformation.
 4. Bereithalten einer technischen Dokumentation.
 5. ggf. Baumusterprüfung.
 6. CE-Kennzeichnung mit EG-Konformitätserklärung bzw. Herstellererklärung

CE Kennzeichnung

siehe CE-Zeichen

CE-Zeichen

Die CE Kennzeichnung ist eine auf europäischer Ebene regulierte Kennzeichnung, die den Marktzugang der EU/EWG Mitgliedsstaaten (und einigen EU Beitrittskandidaten) anhand der europäischen Richtlinien und den korrespondierenden nationalen Regelwerken regelt.
Sie ist obligatorisch für einen großen Produktbereich, wie z.B. Elektrogeräte, Medizingeräte und Maschinen. Die CE Kennzeichnung basiert hauptsächlich auf eine durch den Hersteller selbst gegebene Konformitätserklärung. Für einige als gefährlich eingestufte Produkte und für den Fall, dass keine europäische Produktnormen Anwendung finden, muss eine benannte (oder kompetente) Stelle für die Herstellererklärung und die CE Kennzeichnung eingeschaltet werden.

CENELEC

Das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung oder CENELEC  (französisch: Comité Européen de Normalisation Electrotechnique; englisch: European Committee for Electrotechnical Standardization) ist das europäische Gegenstück der IEC.

Sie ist eine der drei großen Normungsorganisationen in Europa und zuständig für die europäische Normung im Bereich Elektrotechnik. Zusammen mit ETSI (Normung im Bereich Telekommunikation) und CEN (Normung in allen anderen technischen Bereichen) bildet CENELEC das europäische System für technische Normen. Mitglieder sind die nationalen elektrotechnischen Normungsgremien der meisten europäischen Staaten.

CENELEC-Zertifizierung

Ein langjähriges Abkommen zwischen den europäischen Zertifizierungsstellen für elektrische Produkte.
Es dient der Vermeidung von mehrfachen Prüfungen, um die nationale Zertifizierung der Mitgliedstaaten zu erlangen, und deckt den vollständigen Bereich der elektrischen Geräte im Bereich Niederspannung ab. Dies sind typischer weise Haushaltsgeräte, elektronische Produkte, Leuchten und Installationsmaterial.

Change Management

Change Management bedeutet die laufende Anpassung von Unternehmensstrategie und -strukturen an die Rahmenbedingungen, die das Unternehmen beeinflussen. Entwicklungen am Markt müssen frühzeitig erkannt und bewertet werden, um geeignete Maßnahmen für das Unternehmen zu erarbeiten.

Company-wide Quality Control

Mitarbeiterorientiertes Unternehmenskonzept, bei dem alle Tätigkeiten im Produktentstehungsprozess die Erfüllung der Kundenanforderungen zum Ziel haben. Dieses von Ishikawa entwickelte Konzept lehnt sich stark an das TQC-Konzept von Feigenbaum an.

Corporate Governance

Corporate Governance - übersetzt als "gutes Benehmen" oder "der Knigge für Unternehmen" - beschäftigt sich mit dem Setzen und Einhalten von Verhaltensregeln, nach denen ein Unternehmen geführt werden soll.
Diese Rahmenbedingungen können von unterschiedlichsten Interessengruppen gesteckt werden, sei es durch den Gesetzgeber, die Eigentümer, die Mitarbeiter, den Aufsichts- oder Verwaltungsrat, das Management, die Geschäftspartner, die menschliche Gesellschaft und andere.

Aufgrund der unterschiedlichen Interessenten ist dieses Thema gar nicht so einfach zu greifen. Je nachdem wer die Richtlinie setzt, steht sie in einem Gesetz, im Unternehmensleitbild, in Weisungen, Absichtserklärungen, oder auch gar nirgends. Oft haben Unternehmen sogar eigene Fachstellen, die sich darum bemühen, dass ihr Unternehmen solche Rahmenbedingungen und Richtlinien einhält.

Darlegungsnorm

Norm, nach der ein QM-System dargelegt (dokumentiert) wird, z. B. für eine Zertifizierung.

Deming Award

Der Deming Award - benannt nach Prof. W. E. Deming - ist ein weltweit bekannter japanischer Qualitätspreis, der schon seit Mitte der 50er Jahre besteht. Beispielsweise erhielt Taguchi den Deming-Preis für seine Untersuchungen zur Methodik der Versuchsplanung.

Deming Kette

Mit dem Bild einer Kette stellt Deming die Verzahnung und Folgen der Maßnahmen und ihrer Auswirkungen dar. Dabei steht die Qualitätsverbesserung am Anfang der Kette, was direkt mit Produktivitätsverbesserung und somit Kostenreduzierung einhergeht.
Daraus leiten sich Preisreduzierung und Steigerung des Marktanteils ab, was zur Sicherung der Unternehmensposition führt. Diese wiederum bewirkt die Sicherung der Arbeitsplätze und erlaubt in überschaubarer Zeit den Return on Investment (RoI).

Deming PDCA-Zyklus

Voraussetzung zur Prozessbeherrschung sind Prozessverstehen und Prozessentwicklung. Um den Wissenserwerb zu systematisieren, kann man eine Reihe von Methoden benutzen, u. a. den "Deming PDCA-Zyklus" (Plan, Do, Check, Act). Die deutsche Version des PDCA-Zyklus lautet PTCA-Kreis (Planen, Tun, Checken, Aktion).

Deming, William Edwards

William Edwards Deming (1900 bis 1993)  war ein US-amerikanischer Physiker, Statistiker sowie Wirtschaftspionier im Bereich des Qualitätsmanagements.
Als Schüler von Walter A. Shewhart (dem Begründer der statistischen Prozesskontrolle) entwickelte er ab den 1940er-Jahren die prozessorientierte Sicht auf die Tätigkeiten eines Unternehmens die später auch Eingang in die diversen Qualitätsnormen und Qualitätsmanagementlehren fanden.
Demings Erkenntnisse blieben in den USA weithin unbeachtet. Das änderte sich auch nicht nachdem Ishikawa Kaoru Deming 1950 ermöglichte seine Erkenntnisse den Topmanagern Japans bekannt zu machen. In der Folge wurde schon 1951 zum ersten Mal ein japanisches Unternehmen mit dem sogenannten Deming-Preis für besonders hohe Qualität in der Produktion ausgezeichnet. Auch im Toyota-Produktionssystem sind Demings Ideen schon sehr früh auf fruchtbaren Boden gefallen.

Deming und seine Erkenntnisse wurden erst ab 1980 in den USA wahrgenommen, zu einer Zeit als schon große Teile der amerikanischen Konsumgüterindustrie von der japanischen Konkurrenz auch aufgrund besserer Qualität förmlich überrollt worden war.


Demingsche Reaktionskette

Qualität kann kein singuläres Element innerhalb der Unternehmensstrategie sein, sondern muss als umfassendes Konzept definiert werden. Alle Aktivitäten sind darauf auszurichten, den Kunden innerhalb und außerhalb des Unternehmens zufrieden zu stellen. Dies begründet die Verknüpfung von kostenbewusstem unternehmerischem Handeln mit Qualitätsmaßnahmen.
Deming hat diese Verknüpfungen in seiner Reaktionskette dargestellt. Sie besteht aus folgenden Gliedern: Verbesserte Qualität, verbesserte Produktivität, sinkende Kosten, wettbewerbsfähige Preise, sichere Marktanteile, Festigung des Unternehmens, sichere Arbeitsplätze und Return on Investment (RoI).

Design of Experiments (DoE)

DoE oder Design of Experiments (deutsch: statistische Versuchsplanung) ist eine Methode aus dem Six Sigma, die bei mehreren beeinflussbaren Prozessparametern angewendet wird, um diese in ein Optimum zueinander zu bringen.

Deutscher Akkreditierungsrat (DAR)

Der Deutsche Akkreditierungsrat (DAR) ist in Deutschland die Dachorganisation der Akkreditierungsstellen. Die Geschäftsstelle des DAR ist bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin angesiedelt. Ziel des DAR ist die Schaffung eines transparenten, einheitlichen und international anerkannten Akkreditierungssystems in Deutschland sowohl für den gesetzlich geregelten als auch den gesetzlich nicht geregelten Bereich.

Dienstleistung

Die durch Tätigkeiten an der Schnittstelle zwischen Lieferant und Kunde sowie durch den Lieferanten intern erbrachten Ergebnisse zur Erfüllung der Erfordernisse des Kunden.

DIN

Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin (gegründet 1917). Das DIN ist die für die Normungsarbeit zuständige Institution in Deutschland und vertritt die deutschen Interessen in den weltweiten und europäischen Normungsorganisationen. Dieser Status wurde im einem Vertrag mit der Bundesrepublik Deutschland (1975) anerkannt.

DIN EN 45013

Die DIN EN 45013 ist die europäische Norm zur Regelung und Kontrolle der Sachverständigeneigenschaft.
Sie wurde mit dem Ziel erstellt, das Vertrauen in eine Stelle, die Personal zertifiziert, zu stärken, d.h. sie muss die nötige Kompetenz, Ausbildung und Erfahrung haben. Sie gilt für Zertifizierungsstellen, die Systeme zur Zertifizierung von Personal betreiben und durch Begutachtung und wiederkehrende Überwachung bestätigen, dass das Personal kompetent ist, die geforderten Aufgaben zu leisten.
Die Kenntnisse eines Sachverständigen zur Erlangung der Zertifizierung werden von der Zertifizierungsstelle intensiv geprüft. Es werden regelmäßig Arbeitsproben kontrolliert. Der Sachverständige unterliegt einer ständigen Weiterbildungspflicht, die vom Zertifizierungsgeber kontrolliert wird. Er muss einen Kompetenznachweis aufgrund festgelegter Qualifikationsanforderungen erfüllen. Somit wird die effiziente Personalplanung erleichtert. Die Bestätigung durch die Zertifizierungsstelle erfolgt in Form eines Kompetenzzertifikates und wird in einem Verzeichnis für kompetentes Personal veröffentlicht.

DIN EN 46001 bzw. 46002

Seit dem 1. Februar 2001 ersetzt die DIN EN ISO 13485 bzw. 13488 die Norm DIN EN 46001 bzw. 46002. (siehe auch "DIN EN ISO 13485 bzw. 13488").

DMS

Ein Dokumentenmanagementsystem oder DMS (engl.: Document Management System) ist ein EDV-Programm, das zur Dokumentenlenkung eingesetzt werden kann; es bedient insbesondere die Verwaltungsfunktion (Archivieren und Verteilen).

Du-Pont-Schema / Du Pont Kennzahlsystem

Das Du-Pont-Schema oder Du Pont Kennzahlsystem (im engl. Original: DuPont-System of Financial Control) ist das älteste Kennzahlsystem der Welt und bis heute eines der bekanntesten.
Das an rein monetären Größen orientierte System von Unternehmenskennzahlen zur Bilanzanalyse und der Unternehmenssteuerung wurde bereits 1919 von dem amerikanischen Chemie-Konzern Du Pont de Nemours and Co. entwickelt und wird dort noch heute verwendet. Auch in anderen Unternehmen ist das System in verschiedenen Versionen und Ergänzungen als Steuerungs- oder Planungs- und Kontrollinstrument verbreitet.

Im Mittelpunkt des Kennzahlensystems steht die Gesamtkapitalrendite oder auch ROI (engl.: Return on Investment), also die Ertragsrate des eingesetzten Kapitals. Oberstes Ziel der Unternehmensführung ist somit nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Maximierung des Ergebnisses pro eingesetzter Kapitaleinheit. Die Orientierung an der Schlüsselgröße ROI soll im Sinne eines Performance Managements eine wertorientierte Unternehmensführung ermöglichen. Alle heutigen Kennzahlsysteme (z.B. ZVEI-Kennzahlensystem) basieren auf dem Grundgedanken des Du-Pont-Schemas.

Durchlaufzeit

Die Durchlaufzeit bzw. Gesamtzykluszeit ist die Spanne zwischen dem Zeitpunkt der Bedarfsäußerung oder Kundennachfrage und der Erfüllung. Sie bildet die Summe der einzelnen Zykluszeiten plus der Warte- und Leerlaufzeiten (d.h. Wartezeit für den Kunden).

EA

Die europäische Organisation der Akkreditierungsstellen (engl.: European co-operation for Accreditation).

Effektivität

Effektivität bezeichnet die Wirksamkeit einer Maßnahme oder eines Prozesses.
Effektivität ist ein Messfaktor in der Gesundheitssystemforschung, mit dem die Wirksamkeit z.B. von Versorgungsstrukturen und Therapieverfahren bewertet wird. Hierzu werden unter anderem auch die Kosten, die Häufigkeit der Leistungsinanspruchnahme und Faktoren, wie beispielsweise Lebensqualität, einbezogen. Effektivität bezieht sich daher auf die Eignung der Maßnahmen zur Zielerreichung. Es wird die Frage gestellt, ob man die richtigen Dinge tut.

Effizienz

Effizienz beschreibt das Verhältnis zwischen dem erreichten Ergebnis und den eingesetzten Ressourcen (nach: ISO 9000:2000).
Effizienz bewertet daher die Angemessenheit der verfolgten Maßnahmen im Sinne einer Kosten/Nutzen-Relation. Es wird die Frage gestellt, ob man die richtigen Dinge richtig tut. Effiziente Maßnahmen nüssen nicht notwendigerweise auch effektiv sein. Daher sollte man sich auch den Begriff Effektivität verinnerlichen. Beide gehören meist zusammen.

EFQM (European Foundation for Quality Ma

Die European Foundation for Quality Management (EFQM) wurde 1988, als gemeinnützige Organisation auf Mitgliederbasis, von 14 führenden europäischen Unternehmen gegründet.
Ihre Aufgabe ist es, die treibende Kraft für nachhaltige Excellence in Europa zu sein. Sie sieht als Vision eine Welt, in der europäische Organisationen eine herausragende Stellung einnehmen. Als Eigentümerin des EFQM-Modells für Excellence organisiert sie den Europäischen European Quality Award (EQA) für Organisationen mit überdurchschnittlichen Leistungen, der jährlich vergeben wird. Darüber hinaus erbringt die EFQM für ihre Mitglieder eine breite Palette an Dienstleistungen.

EFQM-Assessment

Letzte Phase im EFQM-Wettbewerb zum Erlangen des "European Quality Award". Hier überprüfen unabhängige Auditoren die zuvor per Selbsteinschätzung ermittelten Punktzahlen.
(siehe auch "EQA")

EFQM-Modell (für Excellence)

Die EFQM (European Foundation for Quality Management), die von führenden europäischen Unternehmen gegründet wurde, ist Eigentümerin des EFQM-Modell (für Excellence). Sie zielt auf auf die Verwirklichung von umfassender Qualität in einem Betrieb oder einem Teil eines Betriebes. Das EFQM-Modell kennt neun Kriterien mit insgesamt dreiundreißig Subkriterien mit denen es versucht, einen Betrieb möglichst vollständig zu erfassen. Die Bedeutung der einzelnen Kriterien wird in Prozenten angegeben.

Kriterium (Prozentangabe):
 1. Die Leitung und Führung des gesamten Betriebs
      oder der Abteilung (14)
 2. Politik und Strategie (8)
 3. Die Führung der Mitarbeiter/Innen oder Personalpolitik (9)
 4. Die Verwendung der Ressourcen - Finanzen, Menschen und Umwelt) - (9)
 5 Prozesse (betriebliche Abläufe) und Resultate (14)
 6. Die Kundenzufriedenheit (20) 
 7. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen (9)
 8. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft (6)
 9. Die Ergebnisse (15)

Einführungsgespräch (in Audits)

Audits werden mit einem Einführungsgespräch begonnen, dass sich etwas nach Auditarten unterscheidet.
So sind bei internen Audits die Auditoren den jeweiligen Mitarbeitern in der Regel bekannt, und ein Audit ist (zumindest durch den Auditplan) angekündigt. Trotzdem ist ein kurzes Gespräch mit den betroffenen Mitarbeitern über Umfang und Ziele sehr sinnvoll, da man dadurch die immer wieder unausgesprochene unterstellte Prüfungssituation abbauen kann. Auch sollte man Ziele, Stichprobenart und das beabsichtigte Vorgehen noch einmal kurz erläutern. Insgesamt soll ein Einführungsgespräch Vorurteile abbauen und die Kooperationsbereitschaft erhöhen.

Eingangsprüfung

Annahmeprüfung an einem zugelieferten Produkt.

Einheit

Eine Einheit kann eine Tätigkeit oder ein Prozess sein, ebenso wie ein Produkt, eine Organisation, ein System oder eine Person, oder irgendeine Kombination daraus.

Einzelkosten

siehe "Gemeinkosten"

Endprüfung

Letzte der Qualitätsprüfungen vor Übergabe der Einheit an den Abnehmer.

ENEC-Zeichen

Das ENEC-Zeichen ist ein gemeinsames europäisches Zertifizierungszeichen unabhängiger Stellen, dass für bestimmte elektrische Geräte, die den europäischen Sicherheitsanforderungen entsprechen, angewendet wird. Zur Zeit wird es für Leuchten und dazu gehörige Komponenten, Transformatoren, Stromversorgungen, Geräteschalter, Bürogeräte, automatische Regeleinrichtungen und neuerdings für Entstörkondensatoren und Filter verwendet.

European Quality Award (EQA)

Die EFQM organisiert als Eigentümerin des EFQM-Modells für Excellence organisiert jährlich den Europäischen European Quality Award (EQA) für Organisationen mit überdurchschnittlichen Leistungen.
Die Bewerber müssen nachweisen, wie sie die in einem Katalog (EFQM-Modell) vorgegebenen 9 Haupt- und weitere Unterkriterien erfüllt haben. Es gibt 5 sogenannte Enabler (Befähiger)- Kriterien und 4 Result (Ergebnis)- Kriterien, wobei vorrangig wirtschaftliche Ergebnisse wie Umatz und Profitwachstum innerhalb der letzten drei Jahre betrachtet werden. Dazu müssen sich die Organisationen selbst bewerten, ihre Stärken und Schwächen vermerken und den Erfüllungsgrad mit Hilfe einer Punktetabelle einschätzen. Die Maximalpunktzahl beträgt 1000. Die Finalisten für den EQA werden durch unabhängige Assessoren auditiert, um festzustellen, inwiefern die eingereichten Punktezahlen sowie Stärken und Schwächen übereinstimmen. Somit sollen die Unternehmen lernen, die aufgedeckten Potentiale in Handlungen umzusetzen.

Evaluation

Bewertung eines Projektes bzw. Prozesses anhand von festzulegenden Kriterien entweder von innen (interne oder Selbstevaluation) und/oder außen (externe Evaluation) zur Standortbestimmung und Beschreibung von Verbesserungspotentialen.

Fähigkeit

Eignung einer Organisation, eines Systems oder eines Prozesses zum Realisieren eines Produkts, das die Anforderungen an dieses Produkt erfüllt (nach: ISO 9000:2000).

Feedback / Feedforward / Regelkreis

Feedback bedeutet Rückkopplung.
Es umfasst die Rückmeldung realisierter Istwerte zum Vergleich mit Planwerten (klassischer Soll - Ist - Vergleich). Die Rückkopplung schafft die Möglichkeit einer Abweichungsanalyse aufgrund derselben Regelungsmechanismen in Gang gesetzt werden (Massnahmeneinleitung).

Feedforward bedeutet Vorkopplung.
Durch die Verbindung von Planwerten mit erwarteten Istwerten (Erwartungsrechnung) entsteht die Vorkopplung. So können bereits vor dem Eintritt einer Störung Massnahmen ergriffen werden.

Der Rückkopplungskreislauf in der Führung ist:
 - Massnahmen anordnen
 - Istwerte erfassen
 - Soll- und Istwerte vergleichen
 - Sollwerte bestimmen
 - Massnahmen bestimmen
 - Entscheiden, Kontrollieren
 - in Gang setzen und Ausführen.

In der strategischen Führung wird die Vorkopplung zum Hauptsteuerungskreislauf, da dort Entscheidungen zur Anpassung der Pläne zu treffen sind, bevor man auf Istdaten zurückgreifen kann.
Vielmehr wollen die Entscheidungen zur Strategieanpassung auf der Grundlage verbesserter oder detaillierterer Zukunftserwartungen getroffen sein.

Fehler

Nichterfüllung einer festgelegten Forderung (nach ISO 9000:2000) bzw. Nichtkonformität (engl.: nonconformity).

Fehlerart

Die Benennung bzw. die Art der Abweichung von der Forderung.

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